Von Daunen und Familiendramen
Auf meiner Morgenrunde traf ich eine Frau. Es war schwer einzuschätzen, ob sie jung oder alt war. Zauses, strähniges Haar, das Dunkel durchsetzt von weißen und grauen Strähnen. Der weite Pullover verdeckte einen großen Bauch. In der einen Hand hielt sie die Leine ihres hellbraunen Hundes, der, kniehoch und mit struppigem Fell aus aufmerksamen bernsteinfarbenen Augen mein Sichnähern verfolgte. Für ein paar Sekunden wird es ruhig in meinen Händen. Vielleicht gefällt ihr das neue, weichere Fingergefängnis. Die zweite Hand hatte sie abgewinkelt, die Hand im Ärmel versteckt. Ob ich ihr helfen könne, fragt sie. Ihr Gesichtsausdruck ist gleichzeitig hilflos und bedürftig, anderseits verleitet er mich auch zur Vorsicht. Wobei denn, frage ich und wahre einen Sicherheitsabstand. Da zieht sie die Hand aus dem Ärmel und zeigt mir das Baby-Entlein, das sich piepsend aus ihrem Griff befreien will. Ob ich das Baby halten kann, sie müsse ihrem Hund den Beißkorb anlegen