
Schwarzer Fluch
Was Kriege hinterlassen, ist oft unsichtbar: giftige Luft, zerstörte Ökosysteme und gesundheitliche Langzeitfolgen für die Bevölkerung. Erschienen in: DATUM, März 2026

Was Kriege hinterlassen, ist oft unsichtbar: giftige Luft, zerstörte Ökosysteme und gesundheitliche Langzeitfolgen für die Bevölkerung. Erschienen in: DATUM, März 2026

Ein Forscherteam in der Antarktis untersucht, wieso einer größten Gletscher der Welt rasant schmilzt. Dabei geht einiges schief. Erschienen in: DATUM, Februar 2026

Wer spät sterben will, muss früh damit beginnen. Im Silicon Valley will man den Tod gleich ganz abschaffen und nur die intelligentesten Embryos zu Babys werden lassen. Wie weit darf Optimierung gehen?
Erschienen in: NEWS, Jänner 2026

Ex-Banker Andreas Treichl im DATUM Interview über versäumte Chancen, die Notwendigkeit einer Kapitalmarktunion und die Überheblichkeit der Liberalen. Erschienen in: DATUM, Oktober 2025

Das Start-up eines 26-jährigen Klosterneuburgers soll den CO₂-Fußabdruck von Medikamenten sichtbar machen. Gelingt das, verändert sich eine ganze Industrie.
Erschienen in: DATUM, September 2025

In Österreich gibt es mehr Gründerinnen als im EU-Schnitt. 90 Prozent des Kapitals von Investoren geht aber nach wie vor an Männer. Was läuft falsch? Erschienen in: DATUM, September 2023

Kurz vor der Parlamentswahl in Georgien macht das „Agentengesetz“ zivilgesellschaftlich agierende NGOs zu Staatsfeinden. Warum Russland das gut findet und was dem kleinen Land im Kaukasus in nächster Zeit bevorsteht. Erschienen in: NEWS, Oktober 2024
Auf meiner Morgenrunde traf ich eine Frau. Es war schwer einzuschätzen, ob sie jung oder alt war. Zauses, strähniges Haar, das Dunkel durchsetzt von weißen und grauen Strähnen. Der weite Pullover verdeckte einen großen Bauch. In der einen Hand hielt sie die Leine ihres hellbraunen Hundes, der, kniehoch und mit struppigem Fell aus aufmerksamen bernsteinfarbenen Augen mein Sichnähern verfolgte. Für ein paar Sekunden wird es ruhig in meinen Händen. Vielleicht gefällt ihr das neue, weichere Fingergefängnis. Die zweite Hand hatte sie abgewinkelt, die Hand im Ärmel versteckt. Ob ich ihr helfen könne, fragt sie. Ihr Gesichtsausdruck ist gleichzeitig hilflos und bedürftig, anderseits verleitet er mich auch zur Vorsicht. Wobei denn, frage ich und wahre einen Sicherheitsabstand. Da zieht sie die Hand aus dem Ärmel und zeigt mir das Baby-Entlein, das sich piepsend aus ihrem Griff befreien will. Ob ich das Baby halten kann, sie müsse ihrem Hund den Beißkorb anlegen
On your toes! Plié! Die Grätsche spannt den Einteiler über ihrem Schritt und strafft den Stoff um ihren Bauch. Perfekt pedikürte Zehennägel krallen sich in die Matte, saisonunabhängig gebräunte Arme finden ihren Weg über den Kopf, die Fingerspitzen berühren einander über dem blonden Scheitel. Ihre Stunden sind immer ausgebucht. Junge Frauen drängen sich nach getaner Arbeit in den Übungsraum mit den hohen Decken und den Moosbildern an den Wänden. Ballettstanden für Barre Workouts halten die schweren Matten, wenn die durch Büroarbeit und ungesunde Snacks außer Form geratenen Körper nicht auf ihnen liegen und schwitzen. Qualität merkt man am Gewicht, hatte Andreas zu ihr gesagt, als sie zum Bewerbungsgespräch ins Studio gekommen war. Dabei hatte er die Matten auf den Stangen getätschelt wie ein Cowboy den Hals seines treuen Pferdes, das ihn tagelang durch die Prärie getragen hatte, ohne nach einem Tropfen Wasser zu verlangen. Als sie eine der Matten anhob,
Am meisten freute es ihn, wenn die Enten landeten. Die Füße ausgestreckt und aufgestellt, um mehr Bremswiderstand auf der Wasseroberfläche zu erzeugen. Noch ein paar schnelle Flatterer und Zisssscccchhh,… wurden sie immer langsamer, bis sie wie Korken auf dem Wasser trieben. Je nach Jahreszeit waren die Enten mal an diesem oder an jenem Wasser. Je nach Jahreszeit gab es auch unterschiedliche Enten zu sehen. Waren keine Enten da, sah er den Krähen zu, wie sie auf ihren großen, kralligen Füßen umherstacksten und ihn aus ihren schwarzen Augen musterten. Den Kopf schief gestellt, ein Auge auf ihn gerichtet, machten sie einen Bogen um ihn. Inspizierten, was sie auf der Erde fanden. Hoben Nussschalen auf oder pickten Fäden und Büschel aus einem Knäuel beiger Hundehaare, die das dornige Geäst einem Retriever vom Körper gezupft hat. Waren keine Tiere zu sehen, ging er zurück nach Hause. Der Eingangsbereich roch nach schlecht trocknenden Handtüchern,
Saubere Recherche – warum sie für mich unverzichtbar ist
Für mich als Journalistin ist saubere Recherche nicht nur wichtig – sie ist unverzichtbar. Jede gute Geschichte beginnt mit Fragen, und ich nehme mir die Zeit, genau hinzusehen und nachzuhaken. Es reicht nicht, sich auf offensichtliche Antworten zu verlassen – oft liegt die eigentliche Wahrheit zwischen den Zeilen oder gut versteckt hinter scheinbar klaren Fakten.
Gründliche Recherche bedeutet für mich, verschiedene Quellen zu prüfen, Informationen einzuordnen und Zusammenhänge zu verstehen. Es geht darum, nicht nur das zu berichten, was man hören will, sondern auch unbequeme Wahrheiten ans Licht zu bringen. Gerade in Zeiten von Fake News und Halbwahrheiten sehe ich es als meine Verantwortung, den Dingen auf den Grund zu gehen – fundiert, kritisch und ehrlich.
Nur wenn ich selbst sicher sein kann, dass meine Recherchen sauber und zuverlässig sind, kann ich auch von meinen Leserinnen und Lesern erwarten, mir zu vertrauen. Und genau dieses Vertrauen ist für mich das höchste Gut im Journalismus.
SUSI MAYER